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Schadstoffe im Aerosol von E-Zigaretten sind um bis zu 99% gegenüber Tabakrauch reduziert


Zusammenfassung

Hintergrund: Mit der zunehmenden Beliebtheit von E-Zigaretten mehren sich die Hinweise darauf, dass sie zwar höchstwahrscheinlich deutlich weniger schädlich sind als Zigaretten, ihr Gebrauch aber nicht frei von Risiken für den Nutzer ist. Es besteht daher ein ständiger Bedarf, die chemische Zusammensetzung von E-Zigaretten-Aerosolen zu charakterisieren, als Ausgangspunkt für die Beschreibung der mit ihrem Gebrauch verbundenen Risiken. In dieser Studie wurde die chemische Komplexität von Aerosolen untersucht, die von einer E-Zigarette erzeugt werden, die ein nicht aromatisiertes und drei aromatisierte E-Liquids enthält. Mit einer Kombination aus gezielten und ungezielten chemischen Analyseansätzen wurde die Anzahl der Verbindungen untersucht, aus denen das Aerosol besteht. Der Beitrag der E-Liquid-Aromen zur Komplexität des Aerosols wurde untersucht, und es wurde nach den Quellen anderer Aerosolbestandteile gesucht. Die Emissionen von 98 Aerosolgiften wurden quantifiziert und mit denen im Rauch einer Referenz-Tabakzigarette verglichen, die unter zwei verschiedenen Rauchregimen erzeugt wurde. Ergebnisse: Kombinierte ungezielte und gezielte Aerosolanalysen ergaben zwischen 94 und 139 Verbindungen in den aromatisierten Aerosolen, verglichen mit schätzungsweise 72-79 in den nicht aromatisierten Aerosolen. Dies ist deutlich weniger komplex (um 1-2 Größenordnungen) als die gemeldete Zusammensetzung von Zigarettenrauch. Durch die Kombination beider Analysemethoden wurden 5-12 Verbindungen identifiziert, die über diejenigen hinausgehen, die bei der ungezielten Analyse allein gefunden wurden. Gravimetrisch betrachtet bestand die Zusammensetzung des E-Zigaretten-Aerosols zu 89-99 % aus Glycerin, Propylenglykol, Wasser und Nikotin und zu etwa 3 % aus anderen, weniger wichtigen Bestandteilen. Vergleichbare Daten für die Ky3R4F-Referenz-Tabakzigarette wiesen darauf hin, dass 58-76 % des "Teers" im Zigarettenrauch aus kleineren Bestandteilen bestehen. Die Konzentrationen der anvisierten Schadstoffe in den E-Zigaretten-Aerosolen waren deutlich niedriger als die im Zigarettenrauch, mit einer Reduktion von 68,5->99% unter den Bedingungen der ISO 3308 und 88,4->99% unter den Bedingungen der ISO 20778 (intensiv); die Reduktion gegenüber der WHO TobReg 9 Prioritätenliste lag bei 99%. Schlussfolgerung: Diese Analysen zeigten, dass die Aerosole von E-Zigaretten weniger Verbindungen und in deutlich niedrigeren Konzentrationen als Zigarettenrauch enthalten. Die chemische Vielfalt eines E-Zigaretten-Aerosols wird stark von der Wahl der Inhaltsstoffe des E-Liquids beeinflusst.

https://doi.org/10.3389/fchem.2021.743060

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34660535/

Margham J, McAdam K, Cunningham A, et al. The Chemical Complexity of e-Cigarette Aerosols Compared With the Smoke From a Tobacco Burning Cigarette. Front Chem. 2021;9:743060. Published 2021 Sep 30. doi:10.3389/fchem.2021.743060